Aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen in Japan und Korea als institutionelle Fragen vor dem Hintergrund längerfristiger Wandlungsprozesse (Pascha)

Der Lehrstuhl ist eine der zentralen Anlaufstellen in Deutschland, welche die tief greifenden strukturellen Änderungen der japanischen Wirtschaft beobachten. Gegenüber den tagesaktuellen Analysen aus Banken, Brokerhäusern und politiknäheren nicht-universitären Instituten steht die Einordnung in längerfristige Muster im Vordergrund, etwa hinsichtlich der Wachstumsperspektiven einer reifen Volkswirtschaft mit alternder Bevölkerung an der Spitze des technischen Fortschritts. Institutioneller Wandel, Pfadabhängigkeiten und institutionelle Komplementaritäten erfahren besondere Aufmerksamkeit.

Bezüglich Koreas gehört der Lehrstuhl zu den wenigen Einrichtungen in Deutschland, die sich einer wirtschaftswissenschaftlichen Sicht des Landes annehmen. Im Mittelpunkt steht die Interpretation der verschiedenen Strukturbrüche in Südkorea, neuerdings insbesondere nach der Finanzkrise von 1997/98.

Neue Ansätze zur Gestaltung von Wirtschaftspolitik in Japan (Pascha)

Der japanische Staat befindet sich in einer schwierigen Phase: Es mangelt an öffentlichem Vertrauen, fiskalische Grenzen der Finanzierbarkeit treten deutlich hervor, die Zivilgesellschaft expandiert und stellt Ansprüche, die individuellen Präferenzen werden vielschichtiger. Vor diesem Hintergrund werden neue Mechanismen zur Bewältigung wirtschaftspolitischer Aufgaben untersucht. Dabei werden Ansätze aus der Institutionenökonomik bzw. der Politischen Ökonomik verwendet. Ein Analysestrang beschäftigt sich mit der Einrichtung unabhängiger Agenturen für solche Aufgaben, die bisher mehr oder weniger direkt staatlichen Stellen anvertraut waren. Ein Beispiel ist die neu gewonnene Autonomie der japanischen Zentralbank seit 1997/98. Ein wichtiger Aspekt bei solchen Mechanismen ist die Rolle informeller Institutionen wie der „Kultur“.

Regionale Wirtschaftsbeziehungen Asien-Pazifik sowie Beziehungen der Region mit Deutschland/Europa (Pascha)

Die Wirtschaftsbeziehungen der Region Asien-Pazifik werden unter einem institutionenökonomischen bzw. politisch-ökonomischen Blickwinkel untersucht. Es interessieren institutionelle bzw. organisatorische Mechanismen, die über die marktgetriebene Verflechtung in der Region hinauszugehen versuchen. Die konventionelle Ökonomik betrachtet sie unter dem Argument des Staatsversagens oft skeptisch. Der Lehrstuhl untersucht z. B. die Tatsache, dass viele Mechanismen in der Region bindende Vereinbarungen zugunsten konsensualer Prozesse ablehnen. Die Konsequenzen werden etwa im Hinblick auf die Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) betrachtet.

Bezüglich der deutschen bzw. europäischen Wirtschaftsbeziehungen mit der Region Asien-Pazifik steht im Mittelpunkt der Lehrstuhlaktivitäten die angemessene Interpretation von Handels- und Investitionsströmen. So wurden beispielsweise Analysen zu Muster und Entwicklung der japanischen und koreanischen Investitionen in Deutschland bzw. umgekehrt zu deutschen Investitionen in Japan durchgeführt.

"Expats oder Locals? Führungskräfte deutscher Tochterunternehmen in Japan" (Pascha)

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Indurstrie- und Handelskammer in Japan sowie der Universität Kope (Dr. R. Bebenroth) wird nach den Gründen des Einsatzes von Expats gefragt. Aufgrund von Änderungen in Japan (zunehmend flexible Arbeitsmärkte) und in der Weltwirtschaft (gesunkene Kommunikationskosten) wird vermutet, dass die Personal-Entscheidungen heute anders ausfallen könnten als noch vor wenigen Jahren.

Internationalisierung von Zulieferprozessen in Japan und Deutschland (Holtschneider)

Institutioneller Wandel durch technologischen Fortschritt (Jonas)

Umweltökonomie, Neue Institutionenökonomie (Sakai)